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Flurkreuze, Bildstöcke und Heiligenhäuschen in Gütersloh

 

Flurkreuze, Bildstöcke und Heiligenhäuschen sind Ausdruck einer katholisch geprägten Volksfrömmigkeit, die auch den Süden Güterslohs bestimmt, denn in den katholischen Bauerschaften Avenwedde, Spexard, Friedrichsdorf und Kattenstroth finden sich zahlreiche dieser sakralen Objekte. Jeweils zwei von ihnen stehen aber auch in Nordhorn und Pavenstädt, die eher protestantisch bestimmt sind.
Diese Ungleichverteilung hängt mit der religionsgeschichtlichen Entwicklung im Gütersloher Raum seit der Reformationsbewegung im Jahre 1517 zusammen. Zwar garantierte der 1555 ausgehandelte Augsburger Religionsfrieden auch hierzulande Religionsfreiheit, aber es galt allgemein: „Cuius regio, eius religio.“ Das bedeutete, dass der jeweilige Landesherr die religiöse Ausrichtung seiner Untertanen bestimmte, womit Landesgrenzen nun häufig auch zu Religionsgrenzen wurden. Damals teilten sich drei Territorialherren das heutige Gebiet der Stadt Gütersloh: die protestantische Herrschaft Rheda im Norden (mit Pavenstädt, Blankenhagen, Gütersloh-Stadt, Nordhorn und Sundern), die ebenfalls protestantische Grafschaft Ravensberg im Nordosten (mit Isselhorst, Niehorst, Hollen und Ebbesloh) und das zum katholischen Fürstbistum Osnabrück gehörende Amt Reckenberg im Süden (mit den bereits genannten vier Bauerschaften). Nur dort wurden in der Folgezeit Flurkreuze und Bildstöcke errichtet, Heiligenhäuschen gebaut, mussten infolge des Wechsels im Osnabrücker Bischofsamt bisweilen aber auch wieder entfernt werden. Denn der den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) beendende Vertrag zum Westfälischen Frieden sah für das Hochstift Osnabrück vor, dass sich ein katholischer Wahlbischof und ein evangelischer Bischof aus dem Hause Braunschweig-Lüneburg auf dem Thron abwechselten.

Genauer über diese geschichtlichen Zusammenhänge informiert ein neu erschienenes, reich bebildertes Buch von Johannes W. Glaw mit Beiträgen von Markus Schumacher mit dem Titel „Zeugnisse des Glaubens – Flurkreuze, Bildstöcke und Heiligenhäuschen in Gütersloh“ (ISBN 978-3-7395-1271-6). Dort werden außerdem alle in Gütersloh vorhandenen Kleindenkmäler dieser Art in Bild und Text vorgestellt. Erhältlich ist es in allen Gütersloher Buchhandlungen und über den Heimatverein Gütersloh zum Preis von 14,90 Euro. Im Heimatverein Spexard ist das Buch beim zweiten Vorsitzenden Markus Schumacher (Tel. 0171/50 43 998) erhältlich.


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