Die Geschichte der Josefschule

 
Die Josefschule in Spexard im Jahre 1954. Das Bild entstand von der damaligen Kirchstraße aus, heute Bruder-Konrad-Straße.

Erste Pläne für einen Schulneubau wurden noch im Juni 1947 geschmiedet, konnten aber zunächst nicht verwirklicht werden, weil das benötigte Baumaterial wegen der Rationierung nicht zur Verfügung stand.
Vorerst mussten sich die Spexarder mit einer Baracke behelfen. Zwischen August 1948 und der Fertigstellung der Josefschule drückten die Kinder in einem niedrigen, düsteren Holzbau die Schulbank, in dem es sommers brütend heiß war und im Winter auch - aber nur in der Nähe des Kanonenofens. 116 Kinder wurden hier anfangs in zwei Räumen unterrichtet, und sie teilten sich die schmucklose Hütte mit einer bis heute unbekannten Zahl von Gästen: Von einem Fräulein Freisenhausen ist überliefert, dass sie an ihrem ersten Arbeitstag als Lehrerin von einer Schar Mäuse begrüßt wurde, die durch die Astlöcher im Boden stets freien Zugang zum Bildungswesen hatten. Hauptlehrer Konrad Kleine-Rüschkamp soll den Nagern daraufhin erfolgreich mit einer selbst ausgetüftelten Falle nachgestellt haben.

Es war eine Zeit, in der es aus pädagogischer Sicht noch keinerlei Einwände gegen die Zweckentfremdung des Zeigestocks zur Wiederherstellung der Disziplin gab. Und eine, in der 6.198 Quadratmeter Spexard noch für 12.356 Mark zu haben waren - so viel bezahlte die Gemeinde Spexard 1951 den Eheleuten Bürsmeier für das Grundstück, auf dem die Josefschule heute steht.

 
So sieht die Josefschule im Jubiläumsjahr 2004 aus. Der Anbau (links) wurde am 30. November 1991 eingeweiht.

Am 1. August 1952 beschloss der Gemeinderat den Neubau, die Baugenehmigung erfolgte im März 1953, der erste Spatenstich am 27. Juni und am 3. November konnte bereits das Richtfest gefeiert werden. In 357 Arbeitstagen wurde das Gebäude schließlich fertiggestellt und am 22. September 1954 eingeweiht. Konzipiert als Volksschule mit sechs Klassenräumen für rund 250 Schülerinnen und Schüler, fein säuberlich nach Männlein und Weiblein getrennt, galt sie als eine der schönsten und modernsten Schulen im Kreis.

Seither hat sich die Erscheinung durch mehrere An- und Umbaumaßnahmen erheblich verändert. Durch die Schulreform wurde die Josefschule im Schuljahr 1969/70 zu der katholischen Grundschule, die sie bis heute geblieben ist. Die heutige Rektorin Heidi Pohlmann ist die sechste Leiterin der Josefschule, und sie wacht aktuell über das Wohl von 160 Schülern.

Für sie wie für ihre Vorgänger mögen die Worte Leitfaden sein, die die Spexarder Gemeinderatsmitglieder der jungen Josefschule 1954 in ihr Gästebuch geschrieben haben: "Der größte Reichtum der Familie ist das Kind. Ihm gilt unsere Liebe, unser Streben, unsere Sorge." (Neue Westfälische vom 6.10.2004)

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Letzte Änderung: 18. März 2016