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 Geschichte der Grenzen

Grenze Spexard/Verl  
Am Hüttenbrink war die Gemeinde Spexard kaum 500 Meter breit

Ein eigenwilliges Gebilde war die ehemalige Gemeinde Spexard. Bis zu acht Kilometer lang, aber an der schmalsten Stelle am Hüttenbrink kaum 500 Meter breit. Zum alten Amt Reckenberg gehörend war Spexard - wie auch Avenwedde und Kattenstroth - Teil der Exklave, die seinerzeit zum Bistum Osnabrück gehörte.

Franz Spexard hat anlässlich der 900-Jahr-Feier (1988) über die Entstehung der Spexarder Grenzen geschrieben. Hier ist das Ergebnis seiner Recherchen, das auch im Jubiläumsband nachzulesen ist:

Entstehung der Grenzen

Die Grenze zu Sunden

Am Ohlbrock

Amt Reckenberg und Grafschaft Rietberg

Avenwedde

 Als Spexard eigenständig war

 
Die letztgültige Grenziehung der selbstständigen Gemeinde Spexard vor der kommunalen Neuordnung 1969.

Vor 40 Jahren, am 1. Januar 1970, endete mit der Eingemeindung zur Stadt Gütersloh die Selbstständigkeit der Gemeinde Spexard. Vor 100 Jahren hatte diese Selbständigkeit begonnen. 1910 wurde die erst 1889 gegründete Gemeinde Kattenstroth-Spexard aufgelöst. Spexard wurde selbstständig und Kattenstroth ein Teil von Gütersloh.

Die endgültige Trennung der beiden Bauerschaften war zäh und zog sich über Jahre hin.

Bereits 1890 hatte die Stadt Gütersloh die Ausdehnung ihrer Flächen nach Süden mit der Eingemeindung von Kattenstroth vorangetrieben. Gütersloh war durch die Industrialisierung gewachsen und brauchte Fläche. In vielen Sitzungen beider Räte wurde das Thema behandelt. Am 8. Juni 1907 wurde der Vertrag über die Eingliederung von Kattenstroth in die Stadt Gütersloh von beiden Seiten unterzeichnet. Dieser Vertrag trat am 1. April 1910 in Kraft. Von diesem Tage an führte die Restgemeinde mit 646 Einwohnern den Namen Spexard mit einer räumlichen Ausdehnung von 13,3 Quadratkilometern. Mit der Bildung der Gemeinde Spexard war nun aber keineswegs die Neuorientierung in der Verwaltung im Bereich des Amtes Reckenberg territorial und verwaltungsmäßig abgeschlossen.

In der ersten Gemeinderatssitzung vom 10. Mai 1910 wurden die neugewählten Gemeindeverordneten in ihr Amt eingeführt und durch Handschlag verpflichtet. Diese Sitzung wird in den Protokollen der Gemeinde als denkwürdig beschrieben. Gemeindevorsteher blieb August Determeyer. Der Meierhofbesitzer gab es erst aus eigenem Wunsch am 12. Juli 1918 ab. 1873 hatte sich August Determeyer für die Errichtung der Weweler-Schule eingesetzt und sich für den 1904 verwirklichten Ausbau der Straßen nach Neuenkirchen und Verl stark gemacht. Zu Gemeindevertretern wurden 1910 Wilhelm Küster (Stellvertreter und später Nachfolger von Determeyer), Brennereibesitzer Heinrich Spexard, Meier Johannes Bürenheide, Heinrich Johanntoberens, Friedrich Wulfhorst und Friedrich Sagemüller (alle Gemeindeverordnete).

  Repro: msc
Lenker: August Determeyer war vor 100 Jahren der erste Bürgermeister und Gemeindevorsteher.

Die Gemeinde Kattenstroth-Spexard war am 21. Februar 1889 gebildet worden. Gemeindevorsteher blieb seinerseits bereits August Determeyer, der dieses Amt bereits in ähnlicher Funktion seit 1869 ausgeübt hatte. Kattenstroth und Spexard gehörten verwaltungsmäßig zum Amt Reckenberg, welches 1815 nach dem Wiener Kongress zu Preußen kam und im neugebildeten Landkreis Wiedenbrück aufging. Mit Avenwedde und Lintel wurde die Samtgemeinde Avenwedde gebildet. Die Bewohner von Lintel hatten 1865 die Trennung ihres Gemeinwesens von der politischen Samtgemeinde gefordert. Erst 24 Jahre später fand dieses Anliegen gehör.

Die kommunale Neuordnung wurde vor dem ersten Weltkrieg fortgesetzt. Bereits 1913 wurde die Aufteilung des Amt Reckenbergs von der Gemeinde Avenwedde betrieben. Die Lage des wegen schlechter Wegstrecken zu erreichenden Amtssitzes in Wiedenbrück auf dem Reckenberg war ein Grund dafür. Mit Datum vom 1. April 1914 wurde das Amt Avenwedde mit den Gemeinden Avenwedde, Friedrichsdorf und Spexard gegründet. Der Regierungspräsident im Minden hatte zwar seine Bedenken, doch das Teilungsverfahren wurde zügig vorangetrieben. Die ganzen Teilungsformalitäten dauerten nicht mal ein halbes Jahr. Für einen derartigen Verwaltungsakt eine sehr kurze und heute fast undenkbar schnelle Zeit. Für Spexard saßen in der ersten Amtsverwaltung Avenwedde der Meier Anton Spexard und der stellvertretende Gemeindevorsteher Wilhelm Küster für die Dauer von sechs Jahren.

Über die angestrebte Auflösung der Gemeinde Spexard und die Verwaltungsneugliederung des Landkreises Wiedenbrück wurde der Rat am 7. März 1967 erstmals informiert. Der Neugliederungsvorschlag vom März 1968 sah für die Gemeinde Spexard die Eingliederung in die Stadt Gütersloh vor. Dieser Vorschlag fand im Gemeinderat Zustimmung. Der Gebietsänderungsvertrag wurde am 19. März 1969 vom letzten Spexarder Bürgermeister Robert Mahne unterschrieben; am 1. Januar 1970 war Spexard ein Teil der Stadt Gütersloh.

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